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Neuigkeiten Heilberufe und Steuern

Krankengymnasten im Wettbewerb zu Fitnesstudios

Es ist mittlerweile üblich, dass Krankengymnasten Fitnessgeräte zur Erlöserzielung im Rahmen eines „medizinischen Gerätetrainings“ (MGT) nutzen. In der Regel geht dem eine Empfehlung als präventive Vorsorge voraus und es liegt keine gezielte Verordnung eines Arztes vor. Die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main (Verfügung vom 2. 4. 2015 - S 2245 A - 11 - St 210) sieht durch die Konkurrenzsituation zu gewerblich tätigen Fitnesstudios daher eine Gewerbesteuerpflicht auf diese Umsätze.
Unsere Empfehlung lautet daher die Umsätze - insbesondere durch eine sauber getrennte zweite Buchführung - zu separieren, damit keine Infektion der gesamten Praxis mit Gewerbesteuer erfolgt. Es gibt zwar Geringfügigkeitsgrenzen, jedoch müssen diese laufend überprüft werden. Die klare Distanz des Gewerbes von der Freiberuflichkeit kann daher von uns nur angeraten werden. Lassen Sie sich beraten!


Professionelle Zahnreinigung umsatzsteuerbefreit?

Sicherlich jeder Erwachsene lässt ein- oder mehrmals jährlich beim Zahnarzt eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen.
Wie so oft bei den Heilberufen gibt es hierbei umsatzsteuerliche Abgrenzungsprobleme. Bei der Beurteilung lässt sich die umsatzsteuerliche Grundregel anwenden, dass die Umsätze aus der professionellen Zahnreinigung umsatzsteuerfreie Heilbehandlungsleistungen darstellen sofern sie zur zahnmedizinischen Prophylaxe gehören und von Ärzten durchgeführt wird. Ästhetische Behandlungen (z.B. Bleaching) sind zudem davon ausgenommen, da nicht medizinisch indiziert.
Weiterhin kommt es auf den Behandelnden an. Erbringt die PZR ein Angehöriger eines "ähnlichen" Heilberufes (und demzufolge kein Arzt) sollte zur Erlangung der Umsatzsteuerfreiheit eine ärztliche Verordnung bzw. Notwendigkeit vorliegen (vgl. Finanzministerium Schleswig-Holstein v. 05.05.2015 - Kurzinfo USt 3/2015 zu § 4 Nr. 14a UStG).


Heileurythmisten sind gewerblich tätig - aktuelles Urteil aus Niedersachsen

Das Niedersächsische Finanzgericht hat mit Urteil v. 28.04.2015 - 13 K 50/14 entschieden, dass der Beruf eines Heileurythmisten nicht mit dem Katalogberuf des Krankengymnasten (bzw. anderer ähnlicher Heilberufe) zu vergleichen ist. Nach richterlicher Auffassung liegt daher ein Gewerbebetrieb vor. Die Revision ist derzeit noch anhängig.

Immer wieder gibt es Abgrenzungsprobleme zwischen gewerblicher und selbständiger / freiberuflicher Tätigkeit. Hier empfiehlt es sich bereits vor oder zu Beginn der Aufnahme der Tätigkeit ein genaues Bild zu machen und dieses mit dem Finanzamt zu diskutieren. So lässt sich für Sie unternehmerisch bereits frühzeitig diese Steuerbelastung mit einplanen.


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Abgrenzung Gewerbebetrieb und Heilberuf - Checkliste des Verbandes freie Berufe Berlin